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Bild: Lesestein.de
Thema der Woche
Runzlige Finger: Aber wieso?
Egal, ob beim ausgiebigen Baden oder lästigen Spülen des schon seit drei Tagen herumstehenden Partygeschirrs: Immer werden die Fingerkuppen runzlig. Aber wieso?
Durch das Salz auf unserer Haut dringt Wasser ein
Die Oberhaut oder so genannte Hornhaut schrumpelt, weil Wasser beim Baden oder Spülen in sie eindringt. Normalerweise ist die Hornhaut trocken. Sie dient als Schutzschild gegen schädliche Umwelteinflüsse. Zwar ist sie entwässert, aber verschiedene Zellinhaltsstoffe sind in ihren Zellen noch vorhanden. So zum Beispiel Salz.
In den Zellen der Hornhaut ist die Salzkonzentration höher als im Bade- oder Spülwasser. Es liegt somit ein Konzentrationsunterschied vor. In der Natur sind alle Systeme bestrebt, einen Solchen auszugleichen, sofern dies möglich ist. Da die Salzteilchen vergleichsweise groß sind, können sie jedoch nicht durch die Zellwände ins Bade- oder Spülwasser gelangen. Daher dringt umgekehrt das Wasser in die Zellen der Hornhaut ein, um den Konzentrationsausgleich herbeizuführen. Dieser Vorgang ist auch unter dem Begriff "Osmose" bekannt.
Aufgequollene Haut braucht mehr Platz
Wenn nun das Wasser in die Zellen der Oberhaut eindringt, quellen sie auf. Die aufgequollene Haut beansprucht mehr Platz und schlägt daher Wellen, sie wird runzlig. Das passiert vor allem dort, wo die Hornhaut relativ dick ist, an den Fingerkuppen und Fußinnenflächen. Zudem gibt es dort keine Talgdrüsen, die eine schützende Fettschicht auf der Oberhaut bilden könnten.
Dem Gemüse ergeht es wie den Fingern
Wegen des Vorgangs der Osmose sollte man auch beim Kochen oder Blanchieren von Gemüse etwas Salz ins Wasser geben. Im Gemüse liegt immer eine bestimmte Salzkonzentration vor. Im Kochwasser erginge es ihm wie den Fingerkuppen: Wasser würde in die Zellen eindringen und den Geschmack verwässern. Wenn jedoch auch das Wasser salzig ist, braucht kein Konzentrationsausgleich stattzufinden.
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